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Brillenversicherungen

Brille
Brille

Eine gute Brillenversicherung übernimmt die Kosten für eine neue Brille. Das gilt für fast alle Brillenarten. Man zahlt eine monatlich (oder jährliche) Rate, und als Gegenleistung zahlte der Versicherer die neue Brille - oder zumindest zahlt er etwas hinzu. Aber: lohnt sich das? Eine Brillenversicherung ist in vielen Fällen überflüssig, weil man laut Versicherungsvertrag immer mehr bezahlt, als man am Ende erstattet bekommt. Nicht immer, aber häufig. Aus diesem Grund sollte man genau überlegen, ob man wirklich eine Brillenversicherung braucht.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine neue Brille oder Kontaktlinsen?

Brille kaputt! Mist!
Brille kaputt! Mist!

Die Frage nach Kostenübernahme für Brillen oder Kontaktlinsen kann nicht pauschal beantwortet werden, weil es in Deutschland zwei Arten von Krankenversicherungen gibt. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Kasse die Kosten nicht (!) übernimmt. Und so eine Brille ist ein fragiles Ding, die kann schnall mal kaputt gehen...

Gesetzliche Krankenkassen

Die meisten Menschen sind über eine gesetzliche Krankenkasse (GKV) versichert, z.B. AOK, Barmer Ersatzkasse, Techniker Krankenkasse etc. In diesem Fall übernimmt die Kasse keine (!) Kosten für eine Sehhilfe - es sei denn, man ist durch die Fehlsichtigkeit so weit eingeschränkt, dass man von einer Sehbehinderung spricht. Das ist jedoch nur bei einem kleinen Teil aller Menschen mit Sehschwäche der Fall. In den meisten Fällen ist die Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus / Hornhautverkrümmung oder Altersweitsichtigkeit) nur durchschnittlich ausgeprägt.

Bis zum 1. Januar 2004 hatten die Kassen immerhin einen Zuschuss für die Brillengläser gezahlt. Aber dann hat die damalige Regierung unter Gerhard Schröder im Rahmen der Gesundheitsreform beschlossen, dass eine Fehlsichtigkeit nicht mehr eine Krankheit, sondern eine "physiologische Anomalie" sei, so wie rote Haare oder ein kurzer Finger- und für solche individuellen Ausprägungen brauchten die Kassen fortan nicht mehr zuständig. Logisch, dass sie sofort alle Zuzahlungen unterließen.

Wer also in einer gesetzlichen Krankenkasse ist, muss davon ausgehen, die Kosten für eine neue Brille komplett selber zu tragen.

Private Krankenversicherungen

Gutes Sehen (Auge)
Brillenversicherung (Bildquelle)

Etwas anders sieht es aus, wenn man privat versichert ist (PKV). Dann hängt es vom individuellen Vertrag ab, ob die Kasse eine neue Brille bezuschusst oder nicht. Wer bei Vertragsabschluss bereits Brillenträger war, wird den Punkt vermutlich mit aufgenommen haben. Falls nicht, ist wahrscheinlich keine Brillenversicherung integriert, denn man versucht bei einer PKV ja stets, den Leistungsumfang so gering wie möglich zu halten, um Kosten zu sparen.

Wer also privat krankenversichert ist, könnte eine Zuzahlung im Vertrag haben. Das muss man entsprechend prüfen.

Wann braucht man eine Brillenversicherung?

Gutes Sehen (Auge)
Gutes Sehen (Auge)

Ist es notwendig, eine Brillenversicherung abzuschließen? Und wenn, wann ist der richtige Zeitpunkt? Zunächst: eine neue Brille kostet eine Menge Geld. Wer eine normale Fernbrille benötigt, muss von Kosten von rund 100 - 300 Euro ausgehen. Wenn es sogar eine Gleitsichtbrille sein soll, steigen die Kosten schnell auf 700 - 1000 Euro. Bei solchen Summen ist es natürlich gut, wenn eine Versicherung im Fall des Falles einen entsprechenden Anteil der Kosten übernimmt.

Hinweis: nur die wenigsten Versicherungen übernehmen die Kosten komplett. In fast allen Fällen wird bis zu einer Obergrenze bezuschusst. Wer sich eine sehr kostengünstige Brille aussucht, bekommt diese ev. komplett erstattet. Wer sich ein teureres Modell wählt, muss die Differenz selber zahlen.

Ist eine Brillenversicherung sinnvoll?

Zunächst: Eine Versicherung ist dann sinnvoll, wenn man absehen kann, dass man in absehbarer Zeit Leistungen in Anspruch nehmen wird. Das ist in erster Linie dann der Fall, wenn sich die Augen die Sehkraft weiter verschlechtert. Bei vielen beginnt die Fehlsichtigkeiten erst im Laufe der Pubertät (mit 15 - 16 Jahren). anfangs kann man sie noch kompensieren, aber wenn der Führerschein-Sehtest ansteht, gibt es für viele kein Vorbei mehr: eine neue Brille muss sein. Aber die Fehlsichtigkeit ist Teil des Wachstumsprozesses - und der ist bei den meisten Menschen erst mit Mitte 20 abgeschlossen. Die sich stetig verschlechternden Augen nehmen daher oft erst mit Mitte / Ende 20 eine stabile Form an, so dass die Verschlechterung zu Stillstand kommt. In dieser Phase kann es durchaus sein, dass man alle 18 - 24 Monate eine neue Brille braucht. Genau dafür ist die Brillenversicherung gut geeignet: denn in den meisten Fällen hat man in dem Moment Anspruch auf Zuzahlung, wenn sich die Augen um mehr als 0,5 Dioptrien verschlechtern.

Brillenglas gebrochen
Brillenglas gebrochen - Passiert leider ...

Darüber hinaus ist die Brille vor Bruch oder Diebstahl versichert. Wer also - aus welchen Gründen auch immer - befürchtet, dass die Brille kaputt geht oder geklaut wird, ist ebenfalls mit einer Brillenversicherung gut beraten. Aber: man muss beachten, dass fast alle Versicherungsanbieter nur eine Sehhilfe in 2 Jahren bezuschussen. Man bekommt also nicht alle 4 Wochen eine neue Brille, wenn sie kaputt geht oder gestohlen wird.

Auch für Menschen, die nicht richtig mit Geld umgehen können, ist so eine Versicherung sinnvoll. Denn wenn man das Geld nicht hat, wenn es nötig ist, dann hat man ein Problem ...

Neuverglasung: Alte Brillenfassung, neue Gläser

Um Kosten zu sparen, lohnt es sich häufig, nur eine Neuverglasung zu veranlassen. Denn gerade wenn nur ein Brillenglas defekt ist (meist durch Herunterfallen), braucht man eigentlich keine komplett neue Brille. Wie die Neuverglasung im Einzelnen funktioniert, ist bei Brillen-Sehhilfen beschrieben.

Brillenversicherungen im Vergleich

Aus dem bisher Gesagten ergibt sich: die allermeisten Menschen müssen die Kosten für Sehhilfen selber tragen. Stellt sich die Frage: welche ist die beste bzw. günstigste? Um das zu klären, muss man zwei Arten von Brillenversicherungen unterscheiden:

Brillenversicherungen von Fielmann und Co.

Brillenversicherungen online (?) - Ärztin mit Brille
Brillenversicherungen online (?)
Ärztin mit Brille

Fielmann bietet eine "Nulltarif-Brillenversicherung". Der Name ist etwas irreführend, weil sie natürlich schon etwas kostet. Aber man bekommt dann, wenn nötig, eine neue Brille aus dem "Nulltarif-Sortiment" von Fielmann. Das sind die günstigsten, um nicht zu sagen: billigsten Brillengestelle von Fielmann. Dazu gibt es die einfachen Standard-Brillengläser (relativ dick und schwer). Wer sich ein bessere Gestell aussucht, und die etwas eleganteren und leichteren Komfort oder Premium-Brillengläser leisten möchte, muss auch bei einer "Nulltarif-Brillenversicherung" eine ganze Menge hinzuzahlen.

Dennoch ist die Fielmann-Versicherung eine gute Sache - man bekommt sie in aller Regel sofort aufgeschwatzt, sobald man bei Fielmann eine Brille kauft. Denn sie ist im Vergleich zu anderen wirklich kostengünstig - und immerhin hat man im Zweifelsfall einen Anspruch auf eine neue Brille mit Sehstärke.

Gleiches gilt im Prinzip für Apollo-Optik und einige andere Optiker-Ketten, die meist eigene Brillenversicherungen anbieten. Letztlich geht es allen Optikern nur darum, die Kunden zu binden. Denn wenn man irgendwo eine Leistung erwarten kann, dann geht man natürlich als erstes dort hin.

Brillenversicherung als private Zusatzversicherung

Wer sich nicht an einen bestimmten Optiker binden möchte, kann auch bei unabhängigen Versicherern eine Brillenversicherung abschließen. Diese gibt es manchmal separat, aber in aller Regel schließt man so eine private Zusatzversicherung als ein Paket ab, in dem weitere Leistungen enthalten sind, siehe Private Zusatzversicherung Zahn, Brille, Heilpraktiker.

Brillenversicherungen
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Ressourcen

[Bildnachweis: Ärztin mit Brille von akz, 123RF]